FAQ

 


Ist der Theaterbetrieb im Vergleich zu anderen Theatern in der Schweiz teuer oder günstig?

Der Betrieb des Kurtheaters ist schweizweit einer der günstigsten Betriebe. Der Selbstfinanzierungsgrad liegt bei rund 60%, was im Vergleich zu anderen Gastspieltheatern ähnlicher Grösse und grundsätzlich im Vergleich zu anderen Theatern einen hohen Wert bedeutet (Theater Winterthur 20%).Dies insofern auch, als das Kurtheater im Vergleich der Anzahl Vorstellungen pro Saison (113 Vorstellungen) auf der Höhe anderer Gastspielhäuser liegt. Günstig ist das Theater für den Steuerzahler: Ein Sitzplatz im Kurtheater wird pro Vorstellung mit 14 Franken durch die öffentliche Hand subventioniert (Theater Winterthur 152 Franken, Theater Chur, 52 Franken). Bezüglich Zuschauerzahlen ist das Kurtheater mit rund 400 Zuschauern pro Vorstellung (insgesamt 611/650 Plätze) sehr gut ausgelastet (Durchschnitt Vermietungen und eingekaufte Gastspiele 2007/2008 bei 72%).

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Können sich kleine Vereine oder Gruppen nach dem Umbau die Miete des Kurtheaters immer noch leisten?

Das Kurtheater wird nach einem Umbau für die Mietkunden teurer. Es bietet aber in verschiedenen Bereichen einen Mehrwert, so dass eine moderate Erhöhung der Mietpreise gerechtfertigt ist. Bisher waren die Mietbedingungen sehr günstig. Denkbar wäre eine Preispolitik, die zwischen kommerziellen und ehrenamtlichen Organisationen unterscheidet.

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Haben lokale Vereine auch nach dem Umbau Zugang zum Theater oder ist das Theater nur noch für «hohe» Kunst zu haben?

Vereine und freie Gruppen werden auch in Zukunft die Möglichkeit haben, das Kurtheater zu mieten, evtl. in einem stärkeren Terminwettbewerb und zu etwas teueren Preisen. Bisher war das Theater mit rund 50% eingekauften Gastspielen und 50% vermieteten Veranstaltungen besetzt. An diesem Verhältnis soll sich mit Blick auf das Ziel, die Wirtschaftlichkeit hoch zu halten, nicht viel ändern. Mit Sicherheit wird die Nachfrage zur Miete eines neuen, schönen Theaters grösser sein als heute.

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Wie wird garantiert, dass die prognostizierten Betriebskosten auch eingehalten werden?

Der künftige Betrieb des Kurtheaters baut auf der langjährigen Erfahrung der Theaterstiftung auf. Dass ein hohes Kostenbewusstsein vorhanden ist, hat die Stiftung Jahr für Jahr bewiesen, nicht zuletzt auch mit einer sehr genauen jährlichen Budgetierung. Da für den künftigen Betrieb keine Kehrtwendung im Bereich der Programmierung geplant ist, können die Erfahrungszahlen für eine Budgetprojektion nach dem Umbau herangezogen werden. Zum heutigen Zeitpunkt wird damit gerechnet, dass die Kosten für das Programm leicht steigen werden (rund 25%). Diese Erhöhung der Kosten rechtfertigt sich mit der Steigerung der Qualität. Ein Anstieg ist auch bei den Betriebskosten einzurechnen (20%). Auf der anderen Seite wird mit Mehrerträgen durch leicht erhöhte Eintrittspreise, einer höheren Auslastung des Programms und höheren Erträgen bei den Vermietungen gerechnet. Weiteres Ertragspotential ist nach Möglichkeit bei der Vermietung des Personals, beim Sponsoring oder geringerer Energiekosten auszuschöpfen.

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Was ist eine Vollbühne und warum braucht es diese?

«Vollbühne» bezeichnet eine Bühne, die vollumfänglich mit allen technischen Belangen für (grosse) Aufführungen ausgestattet ist, d.h. eine fix montierte Infrastruktur besitzt, inklusive einem Orchestergraben (der Orchestergraben im Kurtheater bietet Platz für 40 Musiker). Eine Vollbühne ist kostengünstig (im Gegensatz zu einer flexiblen Bühne fallen keine infrastrukturellen Umbauarbeiten an) und erlaubt, ein breites Angebot an Produktionen zu zeigen. Die Vollbühne im Kurtheater ist als Guckkastenbühne gebaut (durch den Portalrahmen, der in Baden flexibel verändert werden kann, markiert die Bühne eine klare Trennung zwischen Bühnen- und Zuschauerraum). Das Guckkastentheater ist die traditionelle Form eines Theaters, mit einer großen Bühne an der Stirnseite des Theatersaales und direkt vor der Bühne in geraden Reihen angeordneten Sitzplätzen. Der Vorteil des Guckkastentheaters ist, dass jeder Zuschauer das gesamte Geschehenfrontal im Blick hat.

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Hat ein Gastspielhaus mit Guckkastenbühne eine Zukunft?

Das Kurtheater hat bis anhin äusserst erfolgreich funktioniert. Ein Gastspielhaus bietet für die Zukunft, in der Flexibilität und Mobilität immer wichtiger werden, optimale Voraussetzungen, dass aus einem grossen Angebot an Gastspielen ein qualitativ gutes Programm zusammengestellt werden kann. In Zukunft sind Beteiligungen an Koproduktionen wünschbar und anzustreben.

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Braucht es ein Mehrspartentheater und welche Sparten sind dies?

Das Kurtheater ist ein Mehrsparten-Gastspielhaus. Gezeigt werden Produktionen aus den Bereichen Schauspiel, Oper, Musiktheater und Tanz. Diese inhaltliche Ausrichtung offeriert dem Publikum ein abwechslungsreiches Angebot in (fast) allen Sparten. Das bis anhin sehr erfolgreiche Konzept soll nach Absicht des Stiftungsrates beibehalten werden. Es ist die weitaus günstigste Variante, ein professionelles Theaterhaus zu betreiben. Mit dem Konzept eines Gastspielhauses wird das Kurtheater auch für andere Theater wichtig, da es Aufführungsmöglichkeiten anbietet. In Baden ein Haus herzurichten, das auch für grosse Produktionen aus dem Bereich Opern, Ballet geeignet ist, macht mit Blick auf die Konkurrenz in Zürich, Basel und Luzern keinen Sinn.

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Wie setzt sich das heutige Theaterprogramm zusammen und verändert sich das Programm gegenüber heute?

Das Kurtheater ist ein multifunktionales, spartenbreites Theater mit optimalen betrieblichen Abläufen. Das Programm umfasst alle Sparten mit Schwerpunkt Theater (Schauspiel, Tanztheater, Musiktheater). Das Programm wird sich nicht wesentlich verändern. Das bisherige gute Qualitätsniveau der eingekauften Gastspiele soll beibehalten und weiter gesteigert werden, wodurch mit einer Erhöhung der Programmkosten von ca. 25 % (Beiträge der öffentlichen Hand per 2009: CHF 641'000) gerechnet wird. Grössere Programmbeiträge erlauben Kooperationen mit andern produzierenden Häusern oder Gastspielhäusern, sie erlauben aber auch den Einkauf von qualitativ besseren Gastspielen und ermöglichen in der Programmgestaltung eine grössere Flexibilität (kurzfristiger Einkauf von kleineren Produktionen). Ganz grundsätzlich soll auch künftig nicht nur das klassische, sondern auch das zeitgenössische Theaterschaffen Aufnahme finden.

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Könnte das Theater nicht gleichzeitig auch die Funktion einer Konzerthalle übernehmen?

Das Theater als Konzerthalle auszubauen würde eine Verwässerung des Profils mit sich bringen. Zudem müssten im Bereich der Theatertauglichkeit des Hauses Abstriche in Kauf genommen werden, da eine Konzerthalle nicht nur räumlich, sondern auch akustisch andere Anforderungen stellt als ein Theater. Nach wie vor soll das Theater aber auch Platz für Konzerte, insbesondere im klassischen Bereich, bieten. Für den Bereich Musiktheater ist das Haus bestens geeignet.

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Soll das Theater selber Produktionen erarbeiten und ein eigenes Ensemble führen?

Ein Haus mit einem eigenen Ensemble wäre attraktiv, aber kaum finanzierbar (Theater Biel-Solothurn Gesamtbudget 10,4 Millionen, davon Subventionen 8 Millionen). Durch die Anstellung von Schauspielern, Dramaturgen und Regisseuren vergrössen sich die Personalkosten um ein Vielfaches.

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Kann Theater nicht auch in einem multifunktionalen Raum (Mehrzweckgebäude) veranstaltet werden?

Die Variante, kein Theater sondern einen multifunktionalen Raum (Mehrzweckgebäude) zu betreiben würde mit sich bringen, dass jegliches Profil des Hauses verloren ginge und die Produktionen nur noch am Rande als Kulturprodukte wahrgenommen würden. Einem multifunktionalen Raum fehlt das Ambiente einer kulturellen Begegnungsstätte. Die Installierung einer Vollbühne ist in einem multifunktionalen Raum nicht möglich (Bühnenturm, Orchestergraben). Die Aufrechterhaltung eines Kulturbetriebs in einer Mehrzweckhalle ist wirtschaftlich nicht tragbar (ständige, kostenintensive Umbauten), zudem stehen in der Region bereits verschiedene Mehrzweckgebäude und Räume (als Beispiele genannt seien Trafohalle Baden, Tägerhard Wettingen, Mehrzweckgebäude Obersiggenthal) zur Verfügung. Ein Theater mit einem klaren Profil birgt zudem für die gesamte Region Potential für die Standortförderung als kulturelles Aushängeschild.

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Wie viele Sitzplätze benötigt ein Theater in der Region Baden?

Das Kurtheater bietet mit 611 (650 inkl. Orchestergraben) eine ideale Grösse. Produktionen mit einem grossen Zuschauerzuspruch können ebenso veranstaltet werden wie Produktionen mit einem kleineren Zuspruch. Die gute Atmosphäre des Theaters gewährleistet bereits bei 200 Besucherinnen und Besuchern das Erlebnis einer "gutbesuchten Vorstellung". Eine starke Verkleinerung der Sitzzahl wäre betriebswirtschaftlich nicht sinnvoll (Eigenwirtschaftlichkeit des Theaters rund 60%). Eine Vergrösserung für einzelne publikumswirksame Veranstaltungen zwar wünschbar (Steigerung der Erträge), für den Charakter und das Cachet des Hauses aber abträglich und gesamtwirtschaftlich kaum tragbar..

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Kann / soll das künftige Theater mehr leisten als das heutige und welche Bereiche betrifft dies?

Ziel eines Umbaus ist nicht primär eine Mehrleistung, sondern eine Steigerung der Qualität der bisher erbrachten Leistungen. Dies betrifftneben dem Komfort für die Zuschauerinnen und Zuschauer insbesondere auch den Inhalt. Durch die verbesserte Technik ist eine qualitative Steigerung der Produktionen möglich. Mit einem Proberaum wird dem Theater ermöglicht, in Zukunft vereinzelt zu koproduzieren und kleinere Veranstaltungen auch parallel zu Veranstaltungen im Theatersaal durchzuführen. Eine verbesserte Infrastruktur trägt dazu bei, dass das Haus zu einem Ort der Begegnung und Auseinandersetzung wird und die Theaterbesucher länger im Haus verweilen. Mit einem Umbau ist zudem anzustreben, zusätzliche Vermietungs- und Nutzungsmöglichkeiten für öffentliche, aber auch private Anlässe zu schaffen.

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Braucht das Theater eine Hinterbühne?

Dem Kurtheater fehlt eine eigentliche Hinterbühne, was bereits in den vergangenen Jahren ein schwerwiegender betrieblicher Mangel darstellte. Bei der Anlieferung des Materials für die Gastspiele und beim Abtransport wird die heutige Hinterbühne zur Laderampe. Aus energietechnischen Gründen (heute wird bei eine Anlieferung die Aussenwelt geheizt), aber auch aus betrieblichen und künstlerischen Gründen ist es wichtig, dass das Theater über eine eigentliche Hinterbühne verfügt (Veranstaltungsraum) und diese von der eigentliche Laderampe abgetrennt ist. Die Hinterbühne funktioniert als Schnittstelle zwischen der eigentlichen Anlieferung und der Bühne und ist für den reibungslosen Betrieb dringend notwendig .Für den Wechsel der Bühnenbilder während einer Aufführung (der mit der heutigen Situation bereits nur eingeschränkt erfolgen kann) ist eine Hinterbühne unabdingbar. Mit Blick auf die Entwicklungen im Bereich Gastspieltheater (immer komplexere Bühnenbilder und schnellere Wechsel) ist eine eigentliche Hinterbühne zwingend notwendig.

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Braucht das Theater erweiterte Gastronomieeinrichtungen?

Es ist unabdingbar, dass sich das Theaterpublikum vor, zwischen und nach den Vorstellungen in einem adäquaten Rahmen verpflegen und sich austauschen kann (Aufenthaltsqualität). Ein eigentlicher Gastronomiebetrieb (Restaurant) ist nicht anzustreben, da es die heutigen technischen Mittel erlauben, bei Catering-Anfragen die gewünschten Leistungen einzukaufen. Ausserdem ist ein Gastro-Unternehmen in einem Theater vielfach ein Zuschussbetrieb, der die Betriebsrechnung belastet. Es ist jedoch darauf zu achten, dass die Anlieferung des Caterings betrieblich einfach möglich ist. Das Theater wird auch künftig stark von den theaterfremden Nutzungen (heute zwischen 70–90 Veranstaltungen) abhängig sein. Nötig ist, dass ein gut zugängliches und leistungsfähiges Buffet vorhanden ist und die Besucherinnen und Besucher die Möglichkeit haben, während ihrem Aufenthalt im Theater zu verweilen.

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Welches sind die grössten Mängel am heutigen Theater?

Inhalt:

  • Kleine Veranstaltungen und Proben im Rahmen von Koproduktionen sind wegen einer fehlenden, mit den nötigen technischen Mitteln ausgestatteten Probebühne, nicht möglich

Aufführungen und Projekte, die im Rahmen von Kooperationen oder Koproduktionen zu Stande kommen und einen höheren Grad an Qualität garantieren, sind wegen betrieblichen und finanziellen Einschränkungen nur bedingt oder gar nicht möglich.

Betrieb:

  • das Haus ist energietechnisch ungenügend gebaut und ausgerüstet, insbesondere im Bereich des Foyers, der Bühne und des Zuschauersaals. Die haustechnischen Anlagen vermögen bei kalten Aussentemperaturen die Räume nicht genügend zu heizen.
  • die Aufenthaltsqualität für die Zuschauer ist nicht zeitgemäss (zu wenig Fläche, zu wenig sanitäre Anlagen, nicht behindertengerecht, beschränkte Verpflegungsmöglichkeit/Buffet).
  • für einen zeitgemässen Theaterbetrieb wäre eine bessere Bühnentechnik (Bestand aus den 90er Jahren), Videotechnik, Sound und Licht inklusive Regieplatzierung nötig.
  • Die Künstlergarderoben sind veraltet (Infrastruktur und Fläche).
  • Eine Hinterbühne fehlt. Die Rampe für die Anlieferungen ist zugleich auch Hinterbühne. Die Anlieferung der Theaterrequisiten und Bühnenbilder ist nur eingeschränkt möglich und verursacht immer wieder zusätzliche Umstände/Kosten.
  • die Theaterbühne kann seitlich nicht vergrössert werden (Portalbegrenzung), der Orchestergraben bietet eingeschränkt Platz. Die bestehenden Platzverhältnisse lassen aber ein grosses Spektrum für ein Mehrspartengastspielhaus offen und können auch in einem modernen Theater genügen.

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Welches sind die Anforderungen an ein künftiges Theater?

  • ein Theaterhaus, das den Theaterentwicklungen der kommenden Jahre gewachsen ist
  • ein Theaterhaus, das Treffpunkt und Ort der Auseinandersetzung ist
  • ein Theaterhaus, das mit einer hohen Wirtschaftlichkeit betrieben werden kann (Vermietungen)
  • ein Theaterhaus mit einer hohen Identität

dafür benötigt werden:

  • Ausreichende finanzielle Mittel zur Programmgestaltung (Profil, Identität)
  • zeitgemässe Bühnen-, Ton- und Lichttechnik (Anforderungen der Zukunft)
  • Gastspielhaus mit Vollbühne und guter Akustik
  • ausreichende Flächenverhältnisse und Ausstattung für Betrieb und Zuschauer (Aufführungen, Proben, Backstage, Zuschauerkomfort, Aufenthaltsqualität)
  • Buffet/Cafeteria für Publikum und Partner, die das Theater privat mieten
  • repräsentative Räume (Charakter)
  • zentrale Lage
  • Theaterhaus mit rund 600 – 700 Sitzplätzen (Wirtschaftlichkeit, Auslastung)
  • adäquate Betriebsorganisation (Struktur, Stellenplan mit Marketing und Kulturvermittlung)
  • starke Einbindung ins regionale Kulturgeschehen

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